Monday, Monday …

Immer wieder #montags…

Kennst du ihn auch, den Montagsblues? Nickst du, wenn du Sätze hörst wie „Ich fühle mich krank, ich glaube, ich habe Montag“?

An Montagen ist das Wochenende vorbei. Das Spiel des Alltags beginnt von vorn: Der Wecker klingelt, eigentlich hättest du noch einen Tag länger gebraucht, um dich zu erholen, aber der Chef ist unerbittlich, dein Arbeitsvertrag for­dert nun einmal, dass du auch den Montagmorgen zuverlässig antanzt – und dabei auch noch motiviert bist. Motiviert! Wenn du das schon hörst. Halb neun, und die Woche nimmt wieder mal überhaupt kein Ende. Du kannst es kaum abwarten, bin endlich wieder Freitag ist, bis die Woche hinter dir liegt, diese ewig gleichen Abläufe, die ewig selben Gesichter, die genauso verdrossen ihren Routinen nachgehen wie du.

Wann hat das eigentlich angefangen? Seit wann machen wir diese abwertenden Witze über den Montag? Hat er es verdient, das sein Ruf so schlecht ist? Internet, Radio, Fernsehen, alle machen sich scheinbar einen Spaß daraus, dem Montag ein Buh-Image anzuhängen. Eine Weile lang habe auch ich Sprüche wie “Wenn Montage Schuhe wären, wären sie Crocs” lustig gefunden. Doch das hat sich geändert. Das Lachen darüber blieb sehr bald im Hals stecken. Mittlerweile empfinde ich diese miesen Montagssprüche als Launekiller. Sie sorgen für schlechte Stimmung, wo eigentlich Ermunterung nötig wäre.

Und warum ist das so??

Möglicherweise hat der eine oder andere Spruch etwas aufgegriffen, das ich in dem Moment empfand. Ich sah mich bestätigt. Bestimmt bzw. ganz gewiss habe ich irgendwann damit angefangen, meinen Beruf als niemals enden wollende tödliche Routine zu begreifen, die dazu führte, das ist mich beim Gedanken an die neue Woche am liebsten erhängt hätte. Ja, es gab diese Zeit in meinem Leben, da habe ich den Alltag dermaßen verabscheut, dass Montage die Pest waren, weil Montag bedeutete, wieder einmal unabsehbar lang im Hamster­rad zu strampeln, ohne auch nur einen Schritt in meinem Leben voran zu kommen. Vor allem hatte ich keine Ahnung, was ich daran hätte ändern können. Ich brauchte eine Krankheit, einen Schuss vor den Bug, bis ich aktiv wurde.

Schauen wir uns das Montags-Phänomen doch mal in Ruhe an. Montag ist ein Tag von sieben, die so eine Woche hat. Das Jahr hat 52 Wochen, also mindestens 52 Mon­tage. Können wir es uns mit unserer ohnehin knapp bemessenen Lebenspanne wirklich leisten, 52 Tage im Jahr (das sind fast doppelt so viele Tage, wie der Gesetzgeber einem Angestellten als Urlaubstage zugesteht) damit zu verbringen, Hass zu empfinden? Auf einen Wochentag? Und seien wir ehrlich: der Dienstag liegt auch noch nicht wesentlich näher am Freitag. Und hat die Woche erst einmal mit Hass angefangen, na dann Prost Mahlzeit!

Ich denke: nein, das können wir uns nicht leisten. Vor allem will ich das nicht. Ich will nicht 1/7 meines Lebens (und mehr!) in einem Zu­stand von Widerwillen, Kampf und Klage zubringen. Dazu ist mir die Zeit viel zu kostbar.

Montage sind was Wunderbares. In Wirklichkeit liebe ich sie. An Sonntagabenden, wenn ich mich schlafen lege, gehe ich in Gedanken den nächsten Tag durch, überlege, was ich alles erledigen kann, was ich erschaffen kann, wie ich mich fühlen werde, wenn ich ein neues Projekt begonnen habe oder einfach dem Tag erlaubt habe, sich für mich zu entfalten. Wie oft kommen überraschende Anrufe am Montag? Wie oft habe ich an einem Montag frische Ideen angesichts der Fülle von Stunden, die diese neue Woche mir schenken wird? An Montagen sind die Büros wieder geöffnet. An Montagen können andere Menschen mir Fragen beantworten, ich kann Termine organisieren, Material einkaufen, lauter Sachen machen, die meine eigenen Projekte voranbringen.

Der Montag ist der Start in mindestens 5 weitere Wochen-Tage voller Chancen und Gelegenheiten. Wir müssen nur hinschauen und mit offenem Herzen durch die Welt gehen, damit wir sie sehen können – und mit ein bisschen Mut erschaffen wir aus all diesen Chancen für uns und andere ein Leben, in dem wir nie wieder Angst vor Montagen haben, sondern uns im Gegenteil auf jeden von ihnen freuen. Wie auf jeden Tag der Woche.

Denn jeder Tag ist ein Geschenk. Jeder Tag hat die Chance, der beste deines Lebens zu werden – besonders der Montag.

Ehren wir ihn also, den Montag!
In diesem Sinne sieht mein Licht deines!
Namaste! ?

Deine Andrea Gunkler