Willkommen in der Kreasphäre!

Willkommen in der Kreasphäre!

12. Januar 2019 Aus Von Andrea Gunkler

Kreasphäre? Was ist das?

Die Antwort: ein Raum, in dem sich Menschen mit ihren schöpferischen Ideen treffen, ein kreativer Ort, ein Ort, an dem Kreativität gelebt, erlebt und sichtbar wird.

Ich will euch die Entstehungsgeschichte erzählen. 

In Vertretung für eine befreundete Autorin übernahm ich für eine dritte Autorin, die mir bis dato vollkommen unbekannt war, das Probelesen ihres Romans. Dies war eine genauso spontane Zusage und genauso aus dem Bauch heraus wie die Zusage vor anderthalb Jahren, ein Buch über Erfindungen aus Hessen zu schreiben. Kein Nachdenken. Nur die Worte: Ja, mache ich. 

Auf diese Weise kam der Kontakt mit einer sich gerade entwickelnden Autorin zustande. Dieses Mal war ich die Mentorin, wo ich zuvor die Vorzüge genießen durfte, unter die Fittiche einer bereits erfolgreichen Autorin zu schlüpfen und von ihren Tricks und Kniffen zu lernen. Prima, dachte ich, eine Gelegenheit, das Gelernte direkt weiterzugeben.

Ich las also den Romaneinstieg – und hatte sofort aberhundert Ideen im Kopf, wie diese Roman-Hauptfigur eine werden könnte, die einen Spitzenplatz in der „Liga der außergewöhnlichen Heldinnen“ beansprucht. Diese Bezeichnung fiel mir im Moment der Rückmeldung an die Autorin ein. Und ich dachte: Hm. Da geht noch mehr.

Wir telefonierten über die ersten Ansatzpunkte, die ich für wichtig hielt, um Drive in die Geschichte zu bekommen, die Figur klarer herauszuarbeiten. Nun hätte sich eine andere Autorin vielleicht echauffiert, wie es mir denn einfallen könnte, ihren heiligen Text zu zerrupfen und Änderungsvorschläge zu machen. Das habe ich alles schon erlebt. Doch hier hatte ich es mit einer Autorin zu tun, die empfangsbereit war, die unterschwellig das Gefühl hatte, etwas fehlte noch, und die Lust dazu hatte, das Fehlende aufzuspüren und voranzugehen.

Im Telefonat fiel irgendwann der Satz, der mir ab da nicht mehr aus dem Kopf ging. Ich sagte zur ihr: „Weißt du, ich werde sowieso irgendwann einmal ein Seminarhaus haben, in dem ich andere Autorinnen bei ihren Romanprojekten unterstütze. Also kann ich mit dir ja schon einmal üben.“ Gesagt. Ohne nachzudenken. Direkt aus dem Bauch heraus.

Ab diesem Zeitpunkt hatte mich die Idee in ihren Bann geschlagen. Immer öfter dachte ich an dieses Seminarhaus. Zunächst noch sollte es am Meer stehen, mit Hängematten auf der Veranda. Ganz vielen Hängematten. Die Hängematten sind geblieben in meiner Vorstellung, inzwischen aber darf das Gebäude sich auch gern irgendwo in meiner Umgebung befinden. Die Rhön ist schön und auch im Vogelsberg oder im Knüll lässt es sich gut aushalten.

Von Anfang an hatte ich ein Grundkonzept im Kopf: Mein Mann und ich hätten eine Wohnung in diesem Haus, die wir jederzeit nutzen können. Daneben gibt es Stipendiatszimmer für Kreative verschiedener Couleur, bevorzugt Malerinnen und Autorinnen. Männer sind willkommen, aber lieber arbeite ich mit Frauen. Diese Künstlerinnen dürfen für eine bestimmte Zeit im Jahr kostenfrei dort wohnen. Das wäre der Stipendiatsanteil. Darüberhinaus vermieten wir die Zimmer natürlich auch, das Anwesen will ja von irgendetwas bezahlt werden. Mindestens ein Zimmer unterm Dach hat ein Glasfenster, kann also als Atelier genutzt werden.

Wer gern Coaching wünscht, eine Mentorin möchte, mit dem teile ich gern die Erfahrungen, die ich im Leben wie im Schreiben gemacht habe. Wir reden in langen Spaziergängen über Blockaden, nicht hilfreiche Denkweisen und limitierende Glaubenssätze und kommen so den Stellen auf die Spur, wo die kreative Energie ausgebremst ist.

Es gibt Nebengebäude, in denen Veranstaltungen stattfinden: Lesungen, Ausstellungen, Konzerte, Kunsthandwerkermärkte, und Werkstätten, um Bilderrahmen anzufertigen, Objekte und Gebrauchsgegenstände zu schnitzen, eventuell eine Schmiede. Ein großer Garten umgibt das Haus, in dem Blumen wachsen und wir – möglicherweise in solidarischer Landwirtschaft – mit den Bewohnern des Dorfes zusammen Gemüse und Obst anbauen. Vielleicht ist ein See in der Nähe.

Die Vorstellungen wurden so konkret, dass ich eines Morgens aufstand und anfing zu zeichnen. Das Bild unten kam dabei heraus – Antiperfektion in Perfektion 😉 

Kennt irgendjemand dieses Gebäude oder weiß, wo es steht?

Ich vertraue dem Universum ganz fest, dass wir uns eines Tages finden, dieser Komplex und ich. Wenn die Zeit dafür reif ist.

In der Zwischenzeit schickte mir das Universum Kain Ramsey, einen Life Coach aus Schottland, der seine Kurse über eine Online-Lernplattform anbietet. Ich fing mit einem Achtsamkeitstraining an, landete schließlich in seinem „Life Coaching Certification Course“, dem ich mit Begeisterung folgte und der mir selbst unglaublich nützlich war. Wieder ein Baustein mehr in Richtung Mentorinnendasein?

Aber ja! Doch dazu in einem anderen Beitrag mehr, in dem es ums Coaching und die Gründe dafür geht.

Nur so viel im Moment: Ob ich jemals im Leben dieses Seminarhaus finden werde, ist mehr als fraglich. Ob ich es werde finanzieren können, noch fraglicher. Beides ist aber kein Grund, weshalb es keine Kreasphäre geben sollte. Dann existiert sie eben zunächst nur in der virtuellen Welt. Und irgendwann wird es sie dann im echten Leben geben. Mein Herz weiß, dass es so ist.

Und falls nicht, habe ich auf dem Weg dahin eine unglaubliche Menge dazugelernt.

In diesem Sinne wächst mein Licht und sieht dein Licht.

Namaste 🙏
Eure Andrea 

PS: Alle Textbeiträge im Kreasphärenblog veröffentliche ich zuerst auf der Facebook-Seite der Kreasphäre.