Identität

… oder die ewige Frage: Wer bin ich?

Hätte mir vor 15 Jahren jemand diese Frage gestellt, ich hätte ihn oder sie nur angeschaut und gefragt: „Wer soll ich denn sein?”, weil ich kei­ne Antwort gewusst hätte. Oder ich hätte „Ich bin Andrea“ gesagt oder „ich bin Bibliothekarin“.

Wie geht es dir mit dieser Frage?

„Wer oder was bin ich” beantworten sehr viele Menschen, indem sie ihren Beruf nennen. „Ich bin Manager“ oder “ich bin Schreiner“. Der Beruf, die Tätigkeit, die einer ausübt, die Arbeit, der jemand nachgeht, ist zum wichtigsten Identifikationsmerkmal geworden.

Erinnere dich einmal an Situationen, in denen du fremde Menschen getroffen hast und versucht hast, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Wie rasch fiel die Frage: „Was machst du?“ Manch einer wird vielleicht eingestehen „ich bin arbeitslos“ oder eine wird berichten „ich bin Mutter“. Nach dem Wesenskern, welche Eigenschaften einen Menschen ausmachen, fragt fast nie jemand. Falls ihr doch Partys kennt oder Zusammentreffen, bei denen solche Fragen beim Kennenlernen ge­stellt werden, gebt mir bitte einen Tipp. Ich wäre gern einmal dabei.

Manche Menschen mögen sich tatsäch­lich stark über ihre Arbeit identifizieren. Dort finden sie Bestätigung, Aufmerk­samkeit, das Gefühl, gebraucht zu werden. Aber was sagt die Tätigkeit – oftmals ist es ja nicht einmal der gelernte oder ersehnte Beruf, dem je­mand nachgeht, sondern einfach ein Job, um den Lebensunterhalt zu verdienen – über den Menschen aus? Einer kann Arzt sein und trotzdem seine Sprechstundenhilfen tyran­nisieren. Eine kann eine knallharte Geschäftsfrau sein und am Wochenende im Krankenhaus Kindern vorlesen. Wer möchte schon gern darauf reduziert werden, arbeitslos zu sein? Und die stolze Mutter hat bestimmt auch noch viele andere großartige Qualitäten.

Im Englischen lässt sich diese Diskre­panz sehr schön mit einem Wortspiel ausdrücken. Mein Life-Coaching-Lehrer Kain Ramsey sagte: „We are human beings, not human doings.“ Übersetzt: Wir sind menschliche Wesen, nicht menschliche Taten.

Wenn mich heute jemand fragt, wer oder was ich bin, dann sage ich:

Ich bin Andrea, ich bin ein Kind des Universums, ich bin kreativ, mitfüh­lend, einfühlsam, verständnisvoll, voller Liebe, großzügig, annehmend, harmoniebedürftig, nachsichtig, ge­duldig, stark, belastbar, voller Ener­gie, fantasievoll, einfallsreich, arbeitswütig, widerstandsfähig, intelligent, selbstbewusst, humorvoll, neugierig, an fast allem und jedem interessiert, unsportlich, wissbegierig, lernfähig, anpassungsfähig, bewusst, achtsam, loyal, charakterstark, gut genug, authentisch, integer, zielstrebig, willensstark, akri­bisch, vertrauenswürdig, herzlich, niemals leichtsinnig, inspiriert, integrierend, klug, engagiert, dankbar und ich kann nicht malen.

Wozu macht mich das? Ich denke, darauf darfst du selbst die Antwort finden.

Wer oder was bist du?

Wenn du Lust hast, schreib mir deine Antwort oder poste sie gern hier als Kommentar.

Deine Andrea

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